Nach allzu kurzer Nacht musste ich mich sehr früh (genaue zeit weiß ich nich mehr) mit meinen Eltern und meinem Schatz auf den Weg zum Flughafen in Frankfurt am Main machen. Dort angekommen, war ich von meinem E-Ticket und dessen Benutzung ein wenig verwirrt. Doch mit der Hilfe von netten Angestellten, war die Boarding-Card dann doch schnell ausgedruckt. Ziemlich fix von den Eltern verabschiedet, weil Paps noch zur Arbeit musste. Mit meinem Schatz dann noch was getrunken und mich von ihm vor dem Eingang zum Gate verabschiedet. Gar nich so einfach, wenn man weiß, dass man von nun an für viele Monate getrennt sein wird und nur noch über das Internet kommunizieren kann. Jo, als ich dann mit meinem Handgepäck durch den Metalldetektor geschlappt bin, fing das Ding doch tatsächlich das Piepsen an. Die gute Frau mich abgetastet....Dann musste ich meine Schuhe ausziehen, die nochma extra da durch die Machine liefen. Ganz im Ernst: Welcher Idiot, zieht denn auch schon Springerstiefel an, wenn er fliegen will? Naja, als ich und all mein Handgepäck dann durch waren, hab ich mich ans Gate gesetzt. Es war noch ne halbe Ewigkeit, bis zum Abflug und die Zeit verging sehr langsam. Irgendwann hab ich dann aus Langeweile in meinen Reisepass geschaut....Und habe mit sofortigem Panikausbruch feststellen müssen, dass dieser im Jahre 2006 abgelaufen war. Voller Verzweiflung Paps angerufen, welcher jedoch auch nich wirklich Ahnung hatte, ob ich NUR mit Personalausweis nach Norwegen einreisen darf. Nunja, Schweißausbrüche, bis endlich mein Flug aufgerufen wurde...Am Schalter haben sie mir dann gesagt, dass ich eigentlich gar nichts bräuchte, um nach Norwegen einzureisen. Erleichtert und mit ein wenig Aufregung aufgrund des Fluges meinen Perso weggesteckt.... Als ich im Flieger saß, hab ich in der Zeit zwischen Start und Landung eigentlich so gut wie nichts mitbekommen, weil ich die ganze Zeit gepennt hab. Der Fensterplatz, war somit für die Katz. In Kopenhagen gelandet, hatte ich das Glück vor mir ein deutsches Ehepaar zu haben, die den Steward nach dem Gate nach Bergen fragten. Seiner Antwort Folge geleistet, habe ich tatsächlich das richtige Gate für den Weiterflug gefunden. Als nun mein Flieger aufgerufen wurde und ich in der Schlange stand, kam der Aufruf, man solle Boarding-Card und Personalausweis bereithalten...Das war das Stichwort für meine zweite Identitätskrise an diesem Tag, denn mein Perso befand sich nicht in dem Fach des Geldbeutels, in dem ich ihn sonst pflege aufzubewahren.Nach 5 min bangen Suchens fand er sich doch in meiner Hosentasche und ich konnte mich wieder einreihen. Auch auf diesem Flug habe ich mir mehr die Augenlider von innen angeschaut, als den schönen Blick zu genießen. Irgendwann war ich dann in Bergen. Obwohl es mich schon gewundert hat, hatte ich relativ schnell meinen Koffer und konnte das Flughafengebäude verlassen. Da stand ich nun an der Bushaltestelle und war wieder einmal verwirrt. Doch zum Glück weilten Andy und Steffi aus meiner Uni zu dieser Zeit in Bergen und sie konnten mir Auskunft über die Busse geben. Ich saß dann also nach kurzer Diskussion in gebrochenem (beiderseits) Englisch mit dem Busfahrer, in dem Bus, der mich nach Fantoft bringen sollte. Und zu meiner Überraschung wurde die Haltestelle sogar ausgerufen(was in Norwegen nicht der Regel entspricht). Ich also mit all meinem Gepäck aus dem Bus gestolpert, stand ich da nun an einer Bushaltestelle und nirgends etwas zu sehen von einem Schild oder ähnlichem, was auf den Weg zum Wohnheim hingewiesen hätte. Das nächstbeste Mädel, was da rumstand hatte ich schnell angesprochen und nach dem Weg gefragt. Es folgte eine weitere Diskussion in gebrochenem Englisch (mein gedanke: "ob ich das noch mal irgndwann lerne?) Der Weg war jedoch schnell gefunden. Doch der Anblick des Wohnheims war nicht besonders angenehm. Es sah eher aus, wie ein etwas gehobenes Ghetto. Zur Rezeption gestiefelt und relativ schnell dran gewesen. Ich bekam aufgrund früh-
würde ich mir mit 8 Menschen aus aller Welt eine Küche teilen. Meine
Angst, wir hätten auch Gemeinschaftsduschen hat sich gott sein dank
nicht bestätigt. Jeder hat sein eigenes Zimmer und sein eigenes Bad....
naja, nennen wir es lieber Nasszelle, denn man kann sich während des Duschens auch gleich die Zähne putzen (was bei Zeitmangel sogar ganz praktisch ist). Die Küche sah relativ verwahrlost aus, als ich sie zum ersten Mal betrat. Die Bewohner des Kühlschranks (ich glaube es waren mal Pfirsiche und Paprika, als sie noch frisch waren), haben sich dann auch gleich namentlich vorgestellt. Am ersten Tag habe ich noch nich be-
sonders viele Menschen meines Flures kennengelernt, da zu dieser Zeit
die Zimmer auch noch nich alle belegt waren. Am Abend sind dann noch
Andy und Steffi aufgekreuzt, denn Steffi war zu Besuch bei einer früheren Freundin, die zufällig sogar im selben Stockwerk wohnt. Wir hatten noch einen relativ lustigen Abend. Besagte Freundin von Steffi musste jedoch am nächsten morgen arbeiten und wollte nich das Pärchen über Nacht in ihrem Zimmer haben. Ergo: In meiner ersten Nacht im Wohnheim, meiner ersten Nacht in Norwegen überhaupt, hatte ich schon einen Gast auf meinem Gästebett (ja, sowas haben wir) liegen. Das war ein seltsamer Gedanke, doch lange konnte ich ihn nicht fassen, denn es schwirrten so viele neue und alte Gedanken in meinem Kopf herum, dass ich selbst nicht mehr wusste, was ich überhaupt denke, als ich einschlief.
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